Mittwoch, 3. Oktober 2012

Janie Jones (2010)


Janie Jones (2010)

Die dreizehnjährige Janie kennt nur ihre Mutter, Mary Ann von ihrem Vater wusste sie bisher nichts, gemeinsam begeben sich Mutter und Tochter auf die Suche nach ihm. Er ist Rockstar genauer gesagt Sänger,  von einer dieser Mittelklasse Bands die durch Amerika touren und Hallen für etwa tausend Menschen füllen. In ihrer wilden Zeit hatte die mittlerweile heroinabhängige Mary Ann, als Groupie dieser Band, ein Verhältnis mit Frontmann Ethan Brand - der leibliche Vater von Janie.

Ethan der in narzisstischer Selbstliebe gefangen ist, will zunächst nicht wahr haben das er eine Tochter haben soll. Das passt ihm nicht in seinen eigenen Lebensentwurf des selbstherrlichen Rockstars. Doch Janies Mutter lässt ihre Tochter in großer Verzweiflung  auf einem Konzert der Band vollkommen alleine zurück. Ethan kann sie nun entweder mitnehmen oder einem Waisenhaus übergeben. Er entschließt sich nicht grade zur Freude seiner Bandkollegen für ersteres und nimmt Janie mit in den Tourbus.

Akzeptieren tut er die Kleine aber dennoch nicht, er fühlt sich überfordert und mehr als einmal muss sie mitanhören, wie Ethan sie eigentlich gern wieder los werden würde. Dessen eigene Welt gerät durch diesen Streich des Schicksals mehr und mehr ins Wanken, er beginnt zum Alkohol zu greifen vor und besonders während der Auftritte. Die Situation eskaliert als Ethan seinen Gitarristen mitten auf einem Konzert des Fremdgehens mit seiner Freundin beschuldigt und sich die beiden anschließend prügeln. Die Band und vor allem Ethans kleine herrliche Welt zerbricht und nur Janie, die selbst sehr gut Gitarre spielen kann, hält zu ihm und haut ihn aus so manch unangenehmer Situation raus. Alles verloren und als gebrochener Mann sieht Ethan endlich ein, was er an seiner Tochter hat, beide hatten niemals eine richtige Familie gehabt doch in einander sehen sie genau das.

Janie Jones das dreizehnjährige Mädchen wird von Nachwuchsschauspielerin Abigail Breslin gespielt. Seit ihrem oscarnominierten Auftritt in "Little Miss Sunshine" galt sie zunächst im Bereich der Kinderdarsteller und in jüngster Zeit auch in den ernsteren Filmen als absolute Bereicherung. Ihr Schauspiel ist kindlich aber zu gleich stark, emotional und handwerklich überzeugend. Besonders von diesen emotionalen Elementen profitiert der Film, da nicht selten die Schmerzen und auch die Verzweiflung in Janies Leben eine wichtige Rolle spielen, sie muss viel weinen und zu gleich Stärke zeigen, dies gelingt ihr in den meisten Fällen sehr überzeugend. Man muss aber hierzu anführen, dass das Drehbuch an der ein oder anderen Stelle etwas mit den Tränen hätte sparen können, denn im gesamt Eindruck schaden die etwas zu oft kullernden Tröpfchen dem Bild der Charakterin. Die Entwicklung ihres Vaters vom narzisstischen Rockstar zur reflektierten Vaterfigur, der seine Tochter liebt und als Teil seines Lebens akzeptiert gelingt überraschend gut. Der Film nimmt sich hier die Zeit auch auf Details und Momente einzugehen die im einzelnen nicht besonders bemerkenswert sind sich aber letztlich als Teile der Reifung der Charaktere ins Gesamtbild einfügen.

Janie Jones ist ein gut unterhaltendes Independent Familiendrama, das durch seine glaubwürdigen Charaktere und eine starke junge Hauptdarstellerin überzeugt. Der Soundtrack und die textlich und akustisch in die Handlung eingebrachten Gitarrenstücke tragen zum guten Gesamteindruck bei. Leider ist Janie Jones bisher nicht bei uns zu Lande erschienen, bleibt aber auch bzw. besonders im amerikanischen Original eine Empfehlung für Freunde von herzerwärmenden Geschichten.

7.9 von 10 Traurigen Familienbaladen

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