Montag, 12. November 2012

Mumins #5 (Reprodukt)

Mumins #5 (Reprodukt)

Der Winter kehrt zurück ins Mumintal und genauso wie im vergangenen Jahr versucht die Muminfamilie ihren Winterschlaf zu halten. Der Winter scheint sowieso richtig hart zu werden. Allerdings gibt es immer wieder Komplikationen. Sobald sie eingeschlummert sind klingelt es an der Tür. Immer mehr andere Bewohner des Tals, die für den Winter nicht vorgesorgt haben, suchen im Muminhaus Unterschlupf. Bald ist die Hütte so voll mit komischen Gesellen das an Schlaf gar nicht mehr zu denken ist. Der Höhepunkt ist schließlich ein Baby Kliffklebbs, das vor der Tür der Mumins abgelegt wird, da die Mutter nicht für es Sorgen kann und bei der Verziehung versagt hat. Da sagte man ihr die Mumins würden das schon machen. Muminmama hat aber gar keine Lust auf ein weiteres Baby groß zu ziehen. Kurzerhand sucht sie nach anderen Familien die ihn aufnehmen könnten, doch dabei stellt sie fest das ihre Familie die beste für den kleinen ist, egal wie chaotisch es bei innen zu geht.

Aber auch dieser Winter geht zu Ende und wird irgendwie überstanden. Wenigstens mussten sie sich dieses mal mit keinem Skilehrer rumärgern. Im darauffolgenden Frühling wollen sie so schnell wie möglich ein neues Abenteuer erleben. Dabei haben sie nur einen Kompass und mit einem Kompass allein, kann man wenig erleben. Aber man kann mit dem Kompass was basteln. Also errichten die Trolle einfach ein Hause um den Kompass und bauen dieses auf einen Schiffrumpf, fertig ist das Segelboot. Aber bevor sie los segeln können müssen sie ihr Boot erstmal ins Wasser bekommen und schon allein das wird schon zu einem großen Abenteuer. Aber auch danach wird es nicht langweilig. Die große Reise auf See wird sehr anstrengend, dann haben sie auch noch blinde Passagiere an Bord und es gibt ein wiedersehen mit Kliffklebbs. Ach und Piraten Dürfen Natürlich auch nie fehlen.

Im letzten Mumin Comicabenteuer lernen sie Dussel kennen, der sich gerade auf der Balz befindet. Er ist sehr an Mümmla interessiert, sie aber nicht so wirklich an ihm. Da der kleine eh Komplexbeladen, voller Hemmungen und etwas stark psychotisch ist rufen Mumin und Snorkfräulein schnell den Psychiater Dr. Schrünkel an. Therapie kann ja eigentlich nicht schaden, aber so wie es aussieht, ist der Doktor psychisch noch viel mehr angeschlagen als Dussel. Und so sorgt der Mann mit seinen nicht ganz durchdachten Diagnosen für mächtig viel Wirbel.



Mit dem fünften Hardcover Album von Reprodukt sind nun alle Mumin Comicstrips beisammen und in wunderschöner Form zusammengetragen. Auch in den letzten drei Geschichten geht es immerzu wild zu. Eigentlich kann man sich zu diesem Zeitpunkt nur noch wiederholen. Die Storys sind einfach schön. Selten gelingt es einem Comic eine derart positive und leichtfüßige Atmosphäre zu erzeugen. Dabei biedert man sich nie dem jungen Publikum an. Die Abenteuer sind halt süß und immer Kindgerecht aber es wirkt nicht so als hätte man die Welt extra so kreiert, sondern dass sie eben so gehört. Außerdem ist immer etwas Melancholie mit im Spiel was die Charaktere noch liebenswerter macht. Das Größte Abenteuer ist “Mumin setzt die Segel”, dafür sind “Ein Muminwinter” und “Dussel auf der Balz” aber lustig. Besonders letztere ist ein famoses Chaos von albernen Einfällen und allerlei Schabernack.

Optisch sind die jeweils drei Panel umfassenden Strips recht einfach gehalten, aber für Strips doch seh fein gezeichnet und oftmals auch ziemlich detailverliebt. Ein paar lustige Spielereien werden wieder mit eingebaut. Zum Beispiel bestehen einmal mehr einige Panel Ränder aus Objekten und ähnliches. Starke Kontraste mit großen schwarzen Flächen kommen auch immer wieder mal zum Einsatz. Insgesamt also auch optisch klar über dem Niveau das man von Comicstrips erwarten würde. Zum Abschluss gibt es noch einen letzten Infotext über Tove Jansson und so enden die Comicabenteuer der Trollfamilie. Ich fand es immer schön und fast immer sehr lustig und spannend zu lesen.

Die Mumins sind toll Tove Jansson verbindet lustige Abenteuer mit einer positiven Moral, ohne dabei zu moralisieren und lässt dabei unseren alltäglichen Wahnsinn normaler und lockerer erscheinen.

8 von 10 Kröten die Sebastian heißen