Mittwoch, 20. März 2013

Marco Polo - Im Reiche des Kublai Khan (1975) [Koch Media]

Marco Polo - Im Reiche des Kublai Khan (1975) [Koch Media]

Im Jahre 1275 ist China kein freies Land mehr. Nach langen und unerbittlichen Kämpfen musste sich das chinesische Volk den mongolischen Streitkräften unter der Führung von Kublai Khan (Li Tong), dem grausamen Enkel Dschinghis Khans, ergeben. Zur Zeit ebenfalls in China, befindet sich der venizianische Handelsreisende Marco Polo (Richard Harrison), der nach einiger Zeit Kublais vertrauen gewinnen kann und an seiner Seite kämpfen darf. Erwird vom Kaiser in die Provinz Yangzhou geschickt, wo man noch letzte Rebellen vermutet. Und wirklich trifft man dort auf einige Krieger, die der Han-Dynastie zu alter Stärke und Kaiser Kublai zu einem frühen Grab verhelfen wollen. Doch die Attentäter werden vorzeitig enttarnt und getötet. Nun liegt alle Hoffnung auf vier jungen Kampfanfängern, die von alten kauzigen Meistern die Kampftechnik der unverletzbaren Eisenhaut lernen sollen.

“Ma ko Po lo” ist nur einer von sehr vielen Martial Arts Streifen, die Cheh Chang (Die sieben goldenen Vampire) für die Fillmstudios der Shaw Brothers vor seinem Tod im Jahre 2002 drehte. In der Hauptrolle gibt es einmal mehr den Hong Kong Star Sheng Fu, im Westen besser als Alexander Fu Sheng (Voodoo Charm), zu sehen. Wie immer kann der charismatische Schauspieler auf ganzer Linie überzeugen. Nicht zu unrecht wurde er innerhalb seiner kurzen Karriere zu einem der großen Stars des Genres, bis er schließlich 1983 auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben kam. Wie immer punktet er durch seine drollige Art uns seine artistischen Fähigkeiten. Einer der wenigen Darsteller dieser Art, die sowohl kämpfen, als auch spielen können. Cool ist auch Richard Harrison (Evil Spawn) noch vor seinen Tagen mit Godfrey Ho zu sehen. Er spielt Marco Polo auch gar nicht mal schlecht. Leider darf er aber nicht einmal kämpfen. Von der Darstellern her, ist der Film jedenfalls schon mal auf der nötigen Höhe.

Bei der Handlung sollte man jetzt nichts neues erwarten. Es beginnt mit einigen coolen Kämpfen, die vielleicht etwas zu lange dauern, da man dadurch die Helden erst etwas zu spät kennen lernt. Danach geht es natürlich wie üblich weiter. Die vier Jungsporne sind etwas arrogant, untrainiert und übermutig. Da muss sich natürlich was tun und daher werden sie erstmal von bärtigen alten Männern trainiert. Wie immer gehen diese Übung auf kuriose Weise von Statten. Zum Beispiel muss man Bambus mit den Füßen ausreißen, beim Rösten mit der Hand umrühren oder auch mal den ganzen Tag lang in der Güllegrube rumhüpfen. Wirkt manchmal etwas albern, aber so was brauch schließlich jeder Film dieser Art. Ein bisschen Liebe wird auch noch hinzugefügt und dann kommt es zum finalen Schlagabtausch, der episch und sehr heroisch ist. Cool ist wie man den Film zu Ende bringt. Schließlich ist es historisch klar, dass die Rebellen die Mongolen nicht vertreiben können und scheinbar wissen auch alle Charaktere, dass ihr tun keinen Erfolg haben kann, aber sie kämpfen trotzdem und gehen als Helden unter. Da wird dann auch schon mal ne ganze Armee platt gemacht, wenn man schon ein halbes Dutzend Pfeile in der Leistengegend stecken hat.

Die Kämpfe sind durchaus ansprechend choreographiert. Teilweise ist der Zirkustrubel wichtiger als wirklich zu kämpfen, es gibt auch ein paar unheimlich übertriebene Wire-Fu Szenen, die aber allesamt nicht an die Stahlhaut Technik heran kommen. Irgendwie ist es schon toll zu sehen, wie Schwerter immer wieder mit den Armen abgewehrt werden, auch wenn der Film in diesen Moment immer nahe am Slapstick Tümpel grast. Handwerklich ist es zumindest immer solide und der humoristische Teil schafft es lustig zu wirken ohne dem Film seine Ernsthaftigkeit zu nehmen. Hat mir sehr gut gefallen.

Das Bild der DVD ist sehr gut, abgesehen von den ehemals geschnittenen Szenen, bei denen wohl nicht mehr viel zu machen war und die sich auf recht niedrigem VHS Niveau bewegen. Die deutsche Synchro ist gut und sehr gut verständlich. Ton Probleme gibt es keine, auch nicht auf Mandarin. Ein Paar feine Extras sind auf der Disc auch noch enthalten. Da wäre ein Featurette über den früh verstorbenen Schauspieler Alexander Fu Sheng und dann noch zwei deutsche und ein französischer Trailer zum Film, sowie eine Bildergalerie, die neben einigen Werbeanzeigen und Screenshots, auch deutsche und chinesische Kinoaushänge zu bieten hat. Vorbildliche Veröffentlichung, da gibt es nichts auszusetzen.

Dieser Film ist Teil der 6 Discs umfassenden, zweiten Shaw Brothers Collection, die neben diesem Film noch diese Titel zu bieten hat: “Zhao - der Unbesiegbare”, “Die Todeshand des gelben Adlers”, “Das unbesiegbare Schwert des Shaolin”, “Der Todesspeer des Shaolin” und die “Shaw Brothers Trailer Collection”.

6,7 von 10 breite Breitschwerter

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