Freitag, 17. November 2017

Andy Warhol's Dracula (1974) [cmv-Laservision]

Andy Warhol's Dracula (1974) [cmv-Laservision]

Der rumänische Vampirgraf Dracula (Udo Kier) hat es schwer. Die Frauen seines Landes sind nur wenig gottesfürchtig und daher auch sexuell nur noch wenig zurückhaltend. Daher mangelt es ihm an frischem Jungfrauenblut. Deshalb begibt er sich mit seinem Diener Anton (Arno Juerging) auf eine beschwerliche Reise nach Italien. Dort hofft er ein paar keusche, katholische Jungfrauen zu finden, mit deren Blut er endlich wieder zu neuen Kräften kommen will. Dort angekommen befreundet er sich mit einer ortsansässigen, aristokratischen Familie mit mehreren jungen Töchtern an. Erschrocken muss er feststellen, dass die Mädchen nicht mehr jungfräulich sind. Abgesehen von der jüngsten. So versucht Mario (Joe Dallesandro), der Diener der Familie, die jüngste Tochter zu entjungfern um sie vor den Beißerchen des Grafen zu retten.

Direkt im Anschluss an „Flesh for Frankenstein“ drehte Autor und Regisseur Paul Morrissey in Italien mit größtenteils gleichen Darsteller*innen und Team „Blood for Dracula“. Auch dieser Film kombiniert Horror, Sex, Kunst und Komödie miteinander, erzählt aber mit sehr viel weniger ekligen Momenten und auch die Albernheiten wurden stark zurückgefahren. Hintergründig geht es erneut um Klassenkonflikte, die diesmal im Schatten der russischen Revolution betrachtet werden. Sex wird hier zur letzten Rettung vor dem bösen Vampir, wobei Parallelen zu David Cronenbergs Schaffen zu erkennen sind.

In der Hauptrolle als Dracula ist erneut Udo Kier zu sehen, der zuletzt noch in der Rolle des Grafen Frankenstein steckte. Als Dracula agiert er hier viel weniger übertrieben und ist vor allem sehr viel verletzlicher und Fragil. Nur noch der Schatten eines ehemals mächtigen Vampirlords. Dem dem blutsaugendem Adel steht der einfache Arbeiter Mario entgegen. Joe Dallesandro beendet revolutionär das Leben des unnützen Aristokraten und beweist damit seine eigene These, die nämlich besagt, dass es bald keine Butler mehr geben wird, die Revolution ist nämlich nahe. Der Konflikt der Klassen gipfelt in einem wunderbar blutigen Finale, das zwar sehr übertrieben daher kommt, den Film aber sehr gut beendet.

Obwohl Frankenstein und Dracula kurz hintereinander gedreht wurden und beide in die gleiche Richtung gehen, sind sie doch sehr eigenständig und verfügen über gänzlich eigene Qualitätsmerkmale. Dracula ist weniger humoristisch, künstlerisch weniger anspruchsvoll, dafür aber leichtere Kost, die am Ende dennoch recht gut schocken kann. Beides weit davon entfernt perfekte Filme zu sein, trotzdem sehr unterhaltend.

Das Mediabook kommt natürlich mit dem Film auf DVD und Blu-ray. Dazu kommt aber noch ein 16-seitiges Booklet und auch auf den Discs lassen sich einige Extras finden.Das Mediabook ist auf 333 Stück limitiert und durchnummeriert. Als Bonus erwarten euch die Probeaufnahmen des Films, sowie eine Bildergalerie. Beides mit Audiokommentar von Morrissey. Dazu kommt noch ein Audiokommentar des Films mit Morrissey, Udo Kier und Maurice Yacowar. Auch der originale und der deutsche Trailer des Films dürfen nicht fehlen.


7 von 10 russische Revolutionen

Kommentare:

  1. Hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm das auch Udo Kier mal Dracula war

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    1. Ein sehr merkwürdiger, aber einmaliger Dracula. :)

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