Montag, 29. Januar 2018

Hatchet – Victor Crowley (2017) [Tiberius Film]

Hatchet – Victor Crowley (2017) [Tiberius Film]

Zehn Jahre ist es nun her, dass Andrew Young (Parry Shen) als einziger das Sumpfmassaker überlebte. Seiner Aussage nach war der Geist von Victor Crowley (Kane Hodder) der Mörder, während die Medien natürlich ihn als Massenmörder gebrandmarkt haben. Nun hat er ein biographisches Buch über die Geschehnisse geschrieben und um dieses zu promoten, lässt er sich dazu überreden den teuflischen Sumpf erneut zu betreten, diesmal in Begleitung eines Filmteams. Gleichzeitig schlagen auch die junge Regisseurin Chloe (Katie Booth) und ihre Freunde im Sumpf auf, wo sie Probeaufnahmen für ihren Film über Victor Crowley machen möchte. Schon bald muss sie erkennen, dass ihr Filmmonster wohl doch realer ist, als sie es sich jemals hätte vorstellen können.

Die ersten drei Hatchet Filme des jungen Regisseurs Adam Green (Frozen - Eiskalter Abgrund) gehören zu den wenigen Retro-Monster-Slashern der letzten Jahre, die ganz ohne hippen Zynismus und die oftmals damit einhergehende Überheblichkeit an die schönen Zeiten erinnern in denen Filme wie „Friday the 13th“ das ganze Wochenende unterhalten konnten und die VHS schon bald an den blutigsten Stellen anfingen zu leiern. Der vierte Streich schlägt aber eine unglückliche neue Richtung ein. Der Film nimmt sich zwar weiterhin selbst nicht ernst, doch der Humor hat sich stark verändert. Anstatt um Referenzen, spaßige Dialoge und viel Gory Fun wird auf sehr infantile Art und Weise versucht mit Pimmeln, Titten und viel Kotze zu provozieren. Leider kann damit nicht davon abgelenkt werden, dass fast der gesamte Film und vor allem seine Klimax nur in einem 10qm Set spielt und zu keinem Zeitpunkt kommt dabei Spannung auf. Leider kann der Humor in dümmlicher „Scary Movie“ Manier nicht ein einziges Grinsen bei mir erzeugen und letztlich ist der Pastcredit Stinger die einzig wirklich coole Szene des Films.

Die Goreeffekte sind ziemlich simpel und bis auf ein paar gute Make-Up Arbeiten leider nicht der Rede wert, wenn auch wuchtig in Szene gesetzt. Kane Hodders (Ed Gein) Monster Kostüm ist weiterhin gut und ekelt mit einer bekannt schlimmen Visage. Zugleich ist Hodder gemeinsam mit Laura Ortiz (Chillerama) darstellerisch die einzigen Lichtblicke. Abgesehen vielleicht noch von den besseren Momenten von Parry Shen, der hier seinen Charakter aus Hatchet 1 spielt, der aber wie sein Charakter aus Teil 3 heißt. Ärgerlicher wird das ganze aber wenn man erkennt wie schön Greens Kameraarbeit sein kann, denn die wenigen Szenen die On-Location gedreht wurden sehen wirklich sehr schön aus. Schade drum und vor allem schade um eine der wenigen wirklich unterhaltsamen Horrorreihen der letzten Jahre.

Der vierte Teil der Hatchet Reihe ist sicherlich kein „Halloween: Resurrection“ aber auch keinesfalls besser als ein „Freitag, der13. Teil 8 - Todesfalle Manhattan“. Und damit ist der Film ziemlich genau einsortiert.

Die Bildqualität der Blu-ray ist perfekt, dafür ist die deutsche Synchro nur teilweise mit guten Sprecher*innen besetzt der Rest ist eher mittelmäßig bis ziemlich nervig. Als Bonus enthält die Disc zwei Audiokommentare und den englischen, sowie deutschen Trailer zum Film. Diese Fassung ist ungeschnitten.

5 von 10 signierte Geschlechtsmerkmale

1 Kommentar:

  1. Ich hatte kein allzu großes Verlangen nach einem weiteren Teil, denn ich fand den dritten Aufguss trotz erhöhtem Bodycount einfach nur noch nervig und langweilig. Aber als der neue Film letztes Jahr auf dem FFF lief und ich sowieso mit einer Dauerkarte dabei war, lies ich mich mit gesenkten Erwartungen auf ihn ein und wurde dadurch wenigstens schon mal nicht enttäuscht.

    Im Vergleich zum Vorgänger fand ich ihn wieder recht kurzweilig. Das einzige Problem der Serie bleibt: es fehlen entweder die Möglichkeiten oder die Fähigkeiten den Stoff zu variieren. Hat Adam Green denn wirklich keine andere Idee als immer neue Gruppen von Knallchargen in den Sumpf zu karren und dann die Arbeit der Maskenbildner zu dokumentieren?

    "Frozen" hatte angedeutet, dass hinter der blutverschmierten Maske noch etwas mehr steckt, aber es sinkt langsam das Gefühl ein, dass Green es sich in seiner Nische bequem gemacht hat und nicht wieder raus will.

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